Tag 5-7 [Jasper]

[08. – 10. September 2023] Den kanadischen Schlaf-/Wachrhytmus können wir ab heute unseren nennen. Endlich! Um 8 Uhr verließen wir also Mount Robson und machten uns auf dem Trans Canada Highway 16 nach Jasper auf.

Würde ich die Route nochmal machen, würde ich zwei Nächte in Mount Robson einlegen. Die Lodge ist wunderschön und die Natur hat mit wenig Tourismus eine tolle Landschaft zu bieten.

Nur 1 1/2 Stunden benötigten wir nach Jasper. Dafür fuhren wir von der einen in die nächste Zeitzone – eine Stunde weniger für diesen Tag. Für Jasper und folgende Nationalparks benötigt man übrigens den Discovery Pass (105€ für ein Jahr). Wir stärkten uns in der Innenstadt von Jasper durch ein kleines Frühstück bei Tim Horton. Für uns ein guter Start in den Tag für kleines Geld. Unsere heutige Wanderung führte uns zum Maligne Canyon. Hier findet man verschieden lange Routen von 3 bis 7 km Länge, je nach Parkplatz, den man ansteuert. Wir entschieden uns für die 7 km Variante, um noch ein bisschen tourifreie Natur zu genießen. Der Canyon war sehenswert, aber für unseren Geschmack zu sehr für den normalen Touristen eingezäunt und begehbar gemacht. Das Umland hingegen war wunderschön, sodass wir uns fernab der Wanderwege auch ein lauschiges Plätzchen direkt am Fluss suchten – fernab der mit Flip Flops bekleideten Touristen.

Absolut begeistert sind wir von unserer Unterkunft. Kurz hinter dem Jasper Nationalpark liegt die Overlander Mountain Lodge (190 € pro Nacht). Die Unterkunft ist für Jasper und Umgebung noch relativ moderat im Preis, aber dafür mitten im Wald gelegen und wunderschön.

Wenn Du in der Nähe bist, solltest Du unbedingt in der Folding Mountain Brauerei einkehren. Uns erwartete an einem Freitag Abend frisches Bier, Traditional Poutine (ca. 20€ p.P.) und Live Musik. Das Ganze an einer Waldgrenze mit Blick auf die Wälder von Alberta! Poutine ist eines der kulinarischen Highlights Kanadas: Pommes mit Bratensoße und Käse – einfach köstlich!

 

Eine erholsame Nacht später wartete eine ganz neue wundervoll Wanderung auf uns. Wir machten uns auf nach Jasper City, um an einem nahegelegenen Waldparkplatz unsere rund 10 km lange Strecke zu starten. Meistens nutzen wir die App Komoot in Kombination mit einem GPS Gerät, da der Netzempfang auch hier in Kanada streckenweise sehr schlecht ist. Unsere Tour führte uns rund 400 Höhenmeter hinauf, sodass wir einen einzigartigen Blick auf den Pyramid und Patricia Lake genießen konnten. Ein paar Kilometer weitere unten Höhenmeter tiefer konnten wir die kleine Insel des Pyramid Lake betreten und einen Blick auf den spiegelglatten See umrandet von dicht mit Tannen bewachsenem Ufer und hohen Bergen werfen.

Später am Tag versuchten wir weiter in Richtung der Stadt Hinton Bieber am Beaver Board Walk zu beobachten. Ein wirklich schön angelegter Stegsystem über eine sumpfige Landschaft. Den Bieberbau und Staudamm konnten wir bestaunen, leider keine Bieber.

Der letzte Morgen in der Overlander Mountain Lodge begann schon fast gewohnt früh um 7 Uhr morgens. Nachdem routinierten Frühstück bei Tim Hortons gibt es in Summe rund 100km (1,5h Fahrt) zum Maligne Lake im Jasper Nationalpark. Die letzten 45km zum See ziehen sich etwas, da die Fahrt durch den Nationalpark (zum Glück!) auf 60km/h begrenzt ist. Hierdurch kommt man zumindest voll auf seine Kosten, wenn es darum geht die wilde Natur in vollen Zügen zu genießen. Der Weg war mit zahlreichen Tierbegegnungen, darunter Rehe und Ziegen, geschmückt. Am See angekommen findet man einen großzügigen Wanderparkplatz, von dem aus auch das Freizeitgeschehen auf dem See selbst organisiert wird. Wir haben uns jedoch für eine rund 15km lange Wanderung auf den Bald Hills entschieden, einem run 2400m hohem Berg bestehend aus drei annähern hohen Gipfeln.

Die Wandertour selbst beginnt auf einem geschotterten Weg durch dichten Wald und endet nach einem steilen Anstieg überhaltende der Baumgrenzen auf einer weiten Ebene, über die die letzten Höhenmeter bei bestem Sonnenschein (und Sonnencreme) zu erklimmen sind.

Nach etwas mehr als fünf Stunden (inkl. Pause) am Auto angekommen ging es die 100km zurück zu unserer Unterkunft. Nach der wohl verdienten Dusche und frischen Klamotten verbrachten wir den dritten Abend in der Folding Mountain Brauerei, ohne vom Essen oder der Location gelangweilt zu sein.