Tag 11-13 [Golden/Yoho]

[14. – 16. September 2023] Unsere Reise geht von Banff nach Westen in Richtung Yoho Nationalpark. Hier haben wir uns dafür entschieden in der nahegelegenen Stadt Golden unterzukommen. Das Wetter begrüßte uns heute wieder mit einem wolkenfreien blauen Himmel und rund 20 Grad.

Die Route von Banff nach Golden beinhaltete nur zwei Stunden Fahrtzeit. Von daher machten wir noch einen Stopp im Yoho Nationalpark bei den Wapta Falls. Vom Parkplatz sind es rund 3km Wanderung bis zu den Wasserfällen, die leicht zugänglich, aber nicht zu ausgebaut wirken. Ich wurde schon oft von Wasserfällen enttäuscht und hatte keinerlei Erwartungen. Oftmals wandert man Kilometer und entdeckt dann in der Ferne ein kleines Rinnsal aus einem Felsen entspringen.

Ganz anders aber bei den Wapta Falls. Ein gigantischer Fluss stürzt hier mehrere Meter hinab. Die Tour führt einen zum Ende hin bergab direkt an den Fuß des Wasserfalls. Für mutige kann eine davor gelegene Anhöhe erklommen werden, sodass man nur wenige Meter von dem fallenden Fluss entfernt ist und eine ordentliche Dusche abbekommt. Bei Sonnenschein ist der Regenbogen inklusive. Einfach gigantisch! Etwas fernab der Wassermassen lässt sich mit Blick auf Wasserfall, Fluss und Wald eine gute Rast einlegen.

Nach diesem wunderbaren Erlebnis starteten wir die Anreise zu unserer Unterkunft für die nächsten drei Nächte. Golden hat nicht besonders viel zu bieten und erinnert eher an Kamloops. Es ist aber bekannt für sämtliche Outdoor-Sportarten und bietet demnach ein schönes Skigebiet dem Kicking Horse Mountain Resort, in dem wir unser Zimmer in der Palliser Lodge (130 € die Nacht) bezogen. Das Resort wirkt außerhalb der Skisaison ein bisschen verwaist. Nur in einem der Schwesternhotels ist die Rezeption offen und viele der Läden haben geschlossen. Dafür werden wir mit einem sehr gut ausgestatteten Zimmer, inklusive Küchenzeile und Balkon, sowie einem tollen Blick auf die Berge in einer ruhigen Lage belohnt. Teil des Resorts ist auch ein kleines Restaurant namens Peak Grill, in dem man für rund 20 € p.P. einen soliden Burger inkl. Getränke bekommt. Da die City rund 20 Minuten Autofahrt entfernt ist, nahmen wir das Angebot dankend an.

Eines unserer Highlight stand an: eine Rafting Tour über den Kicking Horse River. Bereits von Zuhause aus buchten wir über Tripadvisor eine Tour bei den Hydra River Guides in Golden. In Banff hörten wir schon von einem Sportladenbesitzer, dass man in Golden alle verrückten Sportarten betreiben kann. Uns wurde eine 4 stündige Rafting Tour versprochen, die wir am Ende auch nicht bereuten. Okay, die Einverständniserklärung schilderte uns, auf welche verschiedene Arten wir bei der Tour verletzt werden konnten. Dies machte uns kurz ein mulmiges Gefühl, aber was soll’s. Wir werden schon nicht aus dem Boot fallen und von einem Baum aufgespießt werden.

Nach einer ausführlichen Sicherheitsunterweisung ging es auch schon fix in 6er Gruppen ins Schlauchboot und auf den Fluss. Unser Guide Drew erinnerte mich ein wenig an den Rafting-Guide aus dem Film Vacation. Zum Glück war er nicht selbstmordgefährdet. Mit lustigen Geschichten, ein bisschen Geschichte über Golden und souveränen Raftingkommandos führte er uns sicher und mit viel nassem Spaß durch die Tour. Für uns hätte die Tour noch ein bisschen abenteuerlicher sein können, auch wenn diese mit den Stufen I-IV ausgezeichnet war.

Gegen 10 Uhr kamen wir heute nach rund 60 Minuten Fahrt an unserem nächsten Wanderziel an. Wir nahmen uns heute eine Wanderung vom Emerald Lake zum Hamilton Lake vor. Der Parkplatz vor dem Emerald Lake war stark befällt, sodass wir uns schnell vor den Touristen auf dem Wanderweg in Sicherheit brachten.

Schwitzend aufgrund der sonnigen 26 Grad brachten wir die rund 900 Höhenmeter auf den ersten 5,5 km langsam aber stetig hinter uns. Die Wanderung führt fast ausschließlich durch dicht bewachsenen Wald, der den Weg mit Wurzeln und Steinen wie eine Treppe hinauf auf den Berggipfel gestaltet. Nur wenige Wandernde kamen uns entgegen. Kein Wunder bei der Tour.

Rund 2,5 Stunden später kamen wir am Hamilton Lake an und waren nach rund 10 Minuten, nachdem sich 4 weitere Besucher*innen auf den Rückweg machten für unsere halbstündige Rast vollkommen alleine an dem See. Kanada ist weitab der Touristen einfach wunderschön und diese Plätze, wie der Hamilton Lake, sind so naturbelassen, wie man es kaum woanders finden kann.

Nachdem wir den gleichen Weg zurück hinter uns gebracht hatten, nahmen wir unseren Mut zusammen und wagten uns zum Emerald Lake. Ein wundervoller türkisfarbener See! Leider sind hier die Touristen, die auf der Jagd nach einem schnellen Foto sind in der Überzahl, sodass man die Natur nur sehr schlecht genießen kann. Nicht lange hielten wir uns also an diesem See auf.