Tag 14-15 [Kelowna]

[17.-18.September 2023] Bevor es heute die rund 400km nach Kelowna ging, führte unser erster Weg zur 10:15 Uhr Tour auf der Rocky Mountain Buffalo Ranch rund 20 min außerhalb von Golden.

Wir fanden die Tour auf Tripadvisor, als wir für den heutigen Tag noch etwas „kleines“ suchten, bevor es die 5 Stunden Highway (inkl. Pause) in Richtung Süden ging.

Die Ranch selbst liegt etwas außerhalb und ist von viel Weidefläche und Wald umgeben. Neben einer großen Scheune ist es auch möglich einfache Unterkünfte zu buchen.

Wir beließen es bei der täglichen 10:15 Uhr Tour. Der Preis für die abgebenden 75 Minuten beläuft sich auf 25$ pro Person. In Summe wurde uns jedoch über 2 Stunden „Programm“ geboten, sodass die 25 Dollar mehr als gut investiert sind. Da auf der Ranch keine Kartenzahlung möglich ist, wird die Bezahlung per Bargeld oder Paypal angeboten.

Leo, der Ranchbesitzer erzählt anfangs ein paar allgemeine Fakten über Büffel und seine Büffelherde, bevor er nach und nach in seine unzähligen Geschichten übergeht, u.a. wie er aus den USA nach Kanada ausgewandert ist, warum er Tage alleine in der Wüste verbracht und letztendlich seine Buffalo Ranch gegründet hat. Nach rund einer Stunde konnten wir endlich seine Herde und hautnah die Büffel besichtigen. Lediglich der Leit-Bulle Chester war zu Beginn etwas zögerlich und vergnügte sich lieber mit dem frischen Gras der Weide.

Die komplette Weide ist eingezäunt, die Büffel kommen aber so nah an den Zaun, dass man sie theoretisch hätte streicheln können. Hiervon sollte man jedoch Abstand nehmen. Nach weiteren rund 45 min in nächster Nähe zu den Tieren ging Leo zum letzten Programmpunkt über, bei dem er uns zeigte, wie er auf traditionelle Art Feuer mittels eines Feuerbohrers macht.

Der Ausflug zur Ranch ist auf jeden Falls lohnenswert und ein nicht so schnell vergessendes Erlebnis!

Die vielen Kilometer nach Kelowna waren hingehen deutlich unspektakulärer. Die schrumpfende Distanz wurde uns lediglich auf den letzten 100km bewusst, da die Luft und die Sicht auf den Wood Lake immer diesiger wurde. Der Ursprung hierfür liegt in dem noch aktiven Waldbrand im Westen Kelownas.

In der Stadt selbst liegt zudem ein leichter Geruch von verbranntem Holz in der Luft und der Himmel ist gespickt mit Rauchschwaden, die die blutrote Sonne umschließen, deren Schein ebenfalls durch die Brandrauch getrübt wird.

[18.September 2023] Der heutige Tag begann zur gewohnten Zeit in unserer Unterkunft, den Comfort Suites Kelowna (ca. 110€ pro Nacht). Im Gegensatz zu den bisherigen Unterkünften ist hier das Frühstück immer im Preis inbegriffen. In dem kleinen Frühstücksraum finden rund 30 Personen Platz, wodurch es bei vollem Betrieb sicherlich etwas enger an dem kleinen Buffet zugehen kann. Um 9 Uhr hatten wir hier aber kein Problem. Wer möchte, kann sich sogar selbst kleine belgische Waffeln in einem Waffeleisen backen. Einziger Abzug an dem sonst durchschnittlich soliden Frühstück ist die Tatsache, dass alles auf Pappgeschirr serviert wird, wodurch doch sehr viel Müll anfällt.

Nachdem der notwendige Kaffee getrunken war, wollten wir uns heute Kelowna selbst anschauen. Unsere Tour begann im Kulturzentrum in der Innenstadt, direkt am Hafen Kelownas gelegen. Dort findet man einfach in einem der zahlreichen Parkhäuser einen Parkplatz für 6,5$ pro Tag.

Die Promenade am Hafen ist schon gestalten und durchweg sauber. Besonders empfehlen können wir einen kurzen Spaziergang durch den Waterfront Park oder den japanischen Garten. Ersterer mündet in einen kleinen Strand, der ohne den heutigen Wind und mit 10 Grad wärmerer Temperatur sicherlich zu einer Abkühlung eingeladen hätte.

Nach rund 1,5 Stunden hatten wir den Großteil des Kulturzentrums besichtigt. Falls Museen und Ausstellung das persönliche Interesse wecken, kann man hier sicherlich auch den gesamten Tag verbringen.

Nach einem kurzen Abstecher und Mittagssnack im Orchard Park Shopping Centre entschieden wir uns jedoch noch für ein wenig Natur, nämlich einem Ausflug zum Myra Canyon. In diesem Canyon führte Anfang des 19. Jahrhunderts eine Eisenbahnstrecke entlang der steilen Hänge. Die alte Streckenführung wurde mittlerweile zu einem Fuß- und Radweg ausgebaut und lädt zu einer Radtour oder einem Spaziergang ein.

Der Weg ist aufgrund der alten Streckenführung sehr eben und in kurzen Abständen mit alten Holzbrücken gespickt, über die zur damaligen Zeit die Eisenbahn fuhr. Diese Brücken wurden jedoch nach einem Waldbrand 2003 historisch rekonstruiert, bzw. neu aufgebaut. Nach rund 2km Fußweg kamen wir an einem der alten Tunnel an, die aufwendig durch den Berg getrieben wurden. Dieser markierte unseren Wendepunkt für die kleine Wanderung.

Neben der wunderbaren Aussicht laden kleine Infotafeln immer wieder zum verweilen ein. Für uns ein Highlight, dass man in Kelowna gesehen haben sollte. Für die Anreise sollte man wissen, dass die letzten 8km Straße lediglich ein geschotterter Waldweg ist. Allrad und etwas mehr Bodenfreiheit schaden sicherlich nicht, mit einem Kleinwagen sollte man die Strecke aufgrund der Schlaglöcher jedoch langsam befahren.

Für uns endet der Tag nach vielen Eindrücken, gleichermaßen müssen wir jedoch sagen, dass wir uns freuen, wenn es morgen weiter nach Vancouver geht. Kelowna selbst ist für uns eine Stadt, die uns weniger gut gefallen hat, die Natur drumherum dafür umso mehr.