[14. November 2022] Rund 2 Stunden nach unserem Frühstück im Hotel Oslo in Coimbra haben wir bereits einen Espresso in einer Pastelaria in Arouca genossen. Mittlerweile haben wir festgestellt, dass der Kaffee in Hotels in Portugal fast überwiegend schlecht, aber in den noch so kleinsten Pastelarias – unabhängig wie wenig attraktiv diese sonst aussehen – einfach überragend ist.
Beim Ankommen in der Region fällt uns direkt auf, dass es im Vergleich zur Küstenregion deutlich kühler ist und eine dichterer Vegetation aufweist. Die anstehende Wanderung versprach daher viel. Den Mietwagen in Alvarenga – einem noch kleineren Ort als Arouca – abgestellt, haben wir unseren ersten Teil der Wanderung begonnen. Unser Ziel war die 516 Arouca Fußgängerbrücke, die bis vor einem halben Jahr noch die weltweit längste Fußgängerbrücke der Welt darstellte. Nun aber zumindest noch die höchste und drittlängste Fußgängerbrücke weltweit ist. Per Guide, der uns noch einige interessante Informationen zu der Brücke mit auf den Weg gab, konnten wir die 516 Meter in Ruhe überqueren und die 75 Meter Höhe und den Blick auf en Fluss (12,00 € p.P.) genießen. Die Tour ist auf jeden Fall lohnenswert!
Wenn Du möchtest, kannst du die Brücke hin und zurück laufen. Wir haben uns jedoch dazu entschieden unsere Wanderung über einen Holzsteg fortzuführen und zu Fuß in Richtung Alvarenga zurück zu unserem Parkplatz (rund 1 1/2 Stunden) zu kommen. In Alvarenga haben wir gegen Nachmittag in unserer Unterkunft Quinta de Alvarenga (76,00 € inkl. Frühstück) eingecheckt. Eine perfekt renovierte Quinta erwartete uns für eine alleinige Nutzung. Offenbar ist November dann doch nicht so die Hauptreisezeit für diesen Ort. Eine freundliche Dame begrüßte uns auf portugiesisch, loggte ihren Laptop ins W-LAN ein und nahm Kontakt per Google-Translater zu uns auf. Zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftig, aber liebenswürdig zugleich. So konnten wir die Frühstückszeiten, Restaurant-Tipps und die Besonderheiten der Unterkunft austauschen.
Wir konnten gar nicht anders, als dem Restaurant-Tipp Casa de Bifos Silva folgen und wurden nach einem 15 minütigen Fußweg von der Quinta mit einem wirklich portugiesischen Essen belohnt. Wir waren erst etwas irritiert, da wir die einzigen Gäste waren. Das änderte sich aber später. Da auch der Kellner in dem Restaurant nicht wirklich englisch sprach, bestellte eigentlich er für uns zwei Steak. Bestellung also mit Überraschungsfaktor. Lediglich beim Getränk konnte ich in Richtung „Vino“ und „Bianco“ einlenken. In portugiesischen Restaurants ist es üblich, dass Vorspeisen wie, beispielsweise Brot, Butter, Oliven, Käse und Schinken automatisch auf dem Tisch landen, welches wir ganz wunderbar fanden. Dazu gesellten sich noch Platten mit Salat, einem halben Rind, Reis und Pommes und eine Karaffe Wein. Mit Esspresso und einem köstlichen Likör beendeten wir unseren Abend und hatten eine Rechnung von 38,00 €. Satt und glücklich kehrten wir wieder in die Quinta ein und genossen, das große Haus für uns ganz alleine. Für uns haben vor allem die kleinen Städte in Portugal einen ganz wunderbaren Charme!










