Tag 5-6 [Andenes]

[27. bis 28. September 2024] Für David immer ein Highlight, startete der Tag im Hotel in Narvik heute mit einem grandiosen Frühstück, bevor es auf die 4,5 Stunden lange Autofahrt nach Andenes ging. Wie sehr man sich über ein Frühstücksbuffet freuen kann, ist Maren dabei ein Rätsel. Aber nun denn.

Das 2500 Seelendorf Andenes ist der nördlichste Punkt der Insel Andøya. Von hier nutzen viele Touristen die Möglichkeit einer Zodiac-Tour, um Wale zu beobachten.

Wir nutzen den heutigen Tag lediglich dazu, die ersten Eindrücke der eigentlichen Lofoten während der Autofahrt und den kleinen Pausen zwischendurch auf uns wirkten zu lassen.

Voller Vorfreude auf die Natur und Landschaften der nächsten Tage genossen wir nach einem leckerem Burger im Restaurant Arresten, ein ehemaliger Knast, bei einem keinen Spaziergang die Aussicht auf die südliche Barentsee und den alten Leuchtturm Ardenes.

Nach einem kleinen Frühstück in unserem Apartment fuhren wir rund 10 Minuten zu unserem Startpunkt.

Unsere Wanderung auf den Matind in Norwegen begann damit früh an einem frischen Herbstmorgen. Bei gerade einmal 7 Grad starteten wir unsere Tour, gut eingepackt (für Maren: 4 Schichten für den Oberkörper und zwei Schichten für die Beine, Stirnband, Schal und Handschuhe) und voller Vorfreude auf das Abenteuer, das uns erwartete. Der Matind, ist ein imposanter Küstenberg. Er besteht aus dramatischen Steilklippen der norwegischen Küste und bietet atemberaubende Ausblicke – allerdings nur für diejenigen, die die Herausforderung wagen.

Wir starteten direkt am Strand, der allerdings aufgrund der Temperaturen nicht zum Baden einlud. Einem Otter, den wir erblickten, störte das allerdings nicht. Dafür war die Landschaft malerisch. Nach rund einer Stunde an der Küste kam uns schon der erste Wanderer entgegen, der aufgab. Spätestens dann wurde klar: Diese Tour würde nichts für schwache Nerven. Die ersten Meter führten uns an den steilen Klippen entlang, mit einem atemberaubenden Blick auf das tosende Meer, das tief unter uns gegen die Felsen schlug. Die Pfade waren schmal und anspruchsvoll, wir mussten uns an den Felsen entlanghangeln und teilweise Hände (und Knie) benutzen. Das hatte mehr mit Klettern, als mit Wandern zu tun. Aber hat riesigen Spaß gemacht, wenn man kurz ausblendet, dass ein Abrutschen maximal Knochenbruch und mindestens einen nassen Hintern zur Folge gehabt hätte.

Es kam zu einem unvergesslichen Moment, als wir uns auf einem besonders engen Abschnitt der Route befanden. Hier mussten wir das Timing genau abpassen, um den Wellen auszuweichen, die sich an den Felsen brachen. Doch trotz aller Vorsicht erwischte David eine Welle seitlich – plötzlich stand er tropfnass da. Aber mit einem Lachen und einer neuen Route etwas oberhalb des Meeres konnten wir die Stelle schnell hinter uns bringen.

Kurz danach kam die nächste Situation direkt an der Wassergrenze, die uns kurz zweifeln ließ. Eine Stelle, die etwa vier Meter hinab und hinaufklettern bedeutete und die nur halbwegs trockenen Fußes klappen konnte, wenn man eine Phase erwischte, in der gerade mal keine Welle kam. Falscher Moment und man wäre mindestens bis zu Hüfte nass gewesen. Ein paar Minuten und nasse Schuhe später hatten wir zumindest den Steilklippenteil geschafft. War trotzdem ziemlich genial. Auch wenn wir uns zwischendurch immer fragten, ob das schon Leichtsinn sei.

Der Pfad wurde immer steiler und der Wind immer eisiger, doch die Aussicht und das Gefühl, sich diesem Ziel zu nähern, trieben uns voran. Die letzten Meter kamen wir aufgrund der Steigung nur Meter für Meter voran. Nach etwa drei Stunden und einem anspruchsvollen, steilen Aufstieg kamen wir schließlich dem Gipfel des Matind immer näher.

Oben angekommen, empfing uns ein atemberaubender Panoramablick, der die Mühen der letzten Stunden in den Hintergrund rückte. Vor uns lag das weite Meer, das sich bis zum Horizont erstreckte, und hinter uns die imposante Landschaft Norwegens, eine Kombination aus schroffen Bergen und tiefen Tälern. Der Wind blies uns um die Ohren, aber wir waren happy es bis hier hin geschafft zu haben. Ein wunderbarer Moment für uns, den wir auf keinen Fall vergessen würden und an den wir noch Jahre später zurück denken würden.

Das Wetter hielt auch den Rückweg über. Kühl und windig, aber trocken. Hier folgten wir einem anderen Bergrücken bis hinunter ins Tal. Ein ganzes Stück durch ein kleines Waldgebiet und nochmal an der entspannten Stelle des Küstenabschnitts entlang. Kurz vor unserem Auto fing es dann an zu regnen. Die Tour findet ihr auf Komoot hier.

Die Wanderung auf den Matind war definitiv eine der herausforderndsten Touren, die wir je gemacht haben. Die rauen Klippen, die Herausforderung mit den Wellen und der anspruchsvolle Aufstieg muss man wirklich wollen. Dafür wird man aber mit einer der beeindruckendsten Aussichten Norwegens belohnt. Und auch wenn David noch einige Zeit an die kalte Welle denken wird, war es letztlich genau diese Mischung aus Abenteuer und Naturgewalt, die diese Wanderung so besonders gemacht hat. Irgendwie fühlt man sich hier der Natur ergeben und das lieben wir sehr.

Norwegens Küstenlandschaft ist wild, unberechenbar und wunderschön – und der Matind fängt all diese Eigenschaften perfekt ein.

Zur Belohnung kochten wir uns etwas Warmes im Apartment und verließen dieses nicht mehr, da das Wetter ab dem Zeitpunkt unseres Heimkommens schlagartig ungemütlich wurde.