[01. bis 02.Oktober 2024] Die beiden Punkte des heutigen Tages waren der Bootsausflug in den Trollfjord und die Autofahrt nach Henningsvaer.
Nach einer unglaublich stürmischen Nacht begann der Morgen mit etwas besserem Wetter, vereinzelt immer noch mit ein paar Regenschauern. Für uns hieß es die Zeit bis 14:30 Uhr zu überbrücken. Zu dieser Uhrzeit sollten wir mit 100 anderen Gästen auf einem durchaus akzeptablen Ausflugsboot eine 3,5 stündige Fahrt nördlich in den besagten Trollfjord und zurück verbringen.
Zwei Zimtschnecken und zwei Kaffee in der Wartezeit und schon ging es vom Hafen in Svolvaer los. Die Hafenausfahrt überraschten den einen oder anderen nicht seefesten Gast auf unserem Schiff mit rund 2m Höhen Wellen, die als Überbleibsel vom gestrigen Sturm die Nacht überdauert haben.
Die Fahrt zum Trollfjord selbst führte entlang einer durch die bestehenden Wolken mystisch wirkenden Landschaft, die von einzelnen kleinen roten Häuschen geprägt ist. Hin und wieder hatten wir Glück und konnten auf dem Weg ein paar Seeadler fliegen sehen.
Der mystische Eindruck erreichte mit der Einfahrt in den Fjord seinen Höhepunkt. Ohne Handynetz und WLAN an Bord ging es zwischen den steilen Hängen immer Tiefer das Gewässer herauf. Laut einer Geschichte ist der Trollfjord durch die gigantische Axt eines Trolles geschaffen worden, als dieser mit der Axt in den Fels schlug. Auch, wenn das Wetter an diesem Tag nicht sonderlich mitspielte und immer wieder Regen die Flucht in das warme Innere unseres Bootes herbeiführte, lohnte sich die Fahrt allemal.
Zurück im Hafen ging es zum Abschluss des Tages noch etwa 30 Autominuten nach Henningsvaer. Hier übernachten wir die kommenden beiden Nächte in der restaurierten alten Zimmerei „Tervarefabrikken“.
Das Gebäude wurde in den letzten Jahren komplett restauriert und zu einer Eventlocation und zu einem kleinen Hotel umgebaut. In einer wunderbaren Kombination aus historischen Maschinen und moderner Einrichtung wissen wir, dass wir auf jeden Fall die richtige Wahl der Unterkunft getroffen haben.
In der Trevarefabrikken gibt es zudem ein leckeres Frühstück und abends entweder eine kleine Speisekarte mit verschiedenen Burgern am Anfang der Woche oder an den übrigen Tagen mit Pizza.
Heute haben wir einen ganzen Tag in Henningsvaer, den wir mit einer Wanderung auf den angrenzenden Berg Festvagtinden verbringen sollten. Unsere Tour findet ihr hier auf Komoot. Vorweg sei gesagt, die Tour beinhaltet den Anstieg von rund 540m Höhenmetern auf einer Distanz von 1,7km, also im Grunde ein stetiges Treppensteigen. Da die Tour durchweg über Felsen und Geröll führt, sollte die Tour definitiv nur bei guten Wetter gegangen werden. An vielen Stellen ist zudem leichtes Klettern und der Einsatz beider Hände gefragt, da es teils größere Stufen oder Felsen zu überwinden gilt.
Für den Aufstieg auf den Gipfel haben wir etwa 2,5 Stunden benötigt, kleine Pausen eingerechnet. An guten Tagen sind zudem etwas mehr Touristen auf der Strecke unterwegs. Wie zu erwarten, finden sich auch bei dieser durchaus anspruchsvollen Tour viele Vertreter:innen, die mit ausgezeichnet guten Turnschuhen und leichter Bekleidung die besten Fotos für ihre Instagram Story ergattern wollten. Sofern der Schnee und die Temperaturen um die Null Grad dies überhaupt zulassen.
Wer Bilder von den vielen Menschen bei der Besteigung des Mount Everest kennt, wird sie hier in kleinerer Dimension wiederfinden. Um so glücklicher, dass wir ziemlich am Ende der Sommersaison in den Lofoten sind.
Auf dem Rückweg führt die Komoot-Tour über einen leicht anderen Weg bergab. Dieser ist zwar nicht weniger steil, aber es gilt weniger Geröllfelder zu überwinden, was den Abstieg etwas erleichtert.
Nach knappen 4,5 Stunden und zurück am Auto waren wir stolz und einem knackigen Po ein deutliches Stückchen näher.
Fester Punkt auf der Todo Liste eines jeden Besuchers in Henningsvaer ist der Spaziergang zum berühmten Fußballfeld auf einer der vielen kleinen Insel.
Blendet man die Vielzahl an Touristen aus, die für schöne Bilder und ein paar nervige Drohnenflüge auf dem Spielfeld ausharren, ergibt sich ein durchaus malerisches, wenn aus skurriles Bild eines Fußballplatzes in schönster Natur.
Beide Tage zusammengefasst: Henningsvaer ist definitiv ein Örtchen, dass auf keiner Lofotenreise ausgelassen werden sollte.





















